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Expertisen des Aktionsfeldes 4

Eva Kneisel & Claudia Roessel: "Überblick über die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der Intellectual-Capital-Debatte aus einer Metaperspektive – Ausgangspunkt und Entwicklung"

Abstract:

„Information and knowledge are the thermonuclear competitive weapons of our time.” (Stewart 1999, S. XIX). In diesem Satz von Thomas A. Stewart, der als Pionier auf dem Gebiet des Intellectual Capitals gilt, wird die Rolle immaterieller Ressourcen – speziell des Wissens – deutlich. Bereits seit Mitte der 1980iger Jahre findet das Ausmaß der Wert und Gewinngenerierung durch „intellektuelles“ Potential (wie z.B. Wissen, Erfahrungen und Informationen) steigende Beachtung in Forschung und Praxis (Sullivan 2000). Insbesondere Unternehmen haben die  Relevanz von immateriellen Faktoren für den Wertschöpfungsprozess wahrgenommen (vgl. Bontis, Dragonetti, Jacobsen, & Roos 1999, S. 392). Die Erkenntnis, dass intangible Werte einen relevanten Indikator für die zukünftige Leistungsfähigkeit darstellen, findet verstärkt auch auf politischer und nationaler Ebene Berücksichtigung. Die aktuelle Herausforderung besteht in der Erfassung, der  Bewertung und dem Management immaterieller Ressourcen auf organisationaler, regionaler und nationaler Ebene mit dem Ziel im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die vorliegende Expertise setzt an den aktuellen Anforderungen an und zielt darauf ab, auf Basis aktueller Forschungs und Praxisentwicklungen grundlegende historische und gegenwärtige Trends im Rahmen  der Intellectual Capital Forschung aufzuzeigen. Es wird dargestellt, auf welche  Ausgangspunkte das Themenfeld „Intellectual Capital“ in Forschung und Praxis zurückgeht und welche Relevanz das Thema in der gegenwärtigen Diskussion aufweist. Dabei wird zum einen die aktuelle Präsenz des Themas in der Unternehmens und Forschungspraxis dargestellt, zum anderen werden aktuelle und zukünftige Fragestellungen im Bereich der Forschung, Wirtschaft und Politik skizziert und reflektiert.
Desweiteren gibt ein historischer Abriss der Intellectual Capital Bewegung Aufschluss über relevante Entwicklungsetappen des Konzeptes von seinen Ursprüngen zu Beginn der 1990iger Jahre bis zum heutigen Stand. Neben zentralen Perspektiven, innerhalb derer sich verschiedene Ansätze und Orientierungen verorten lassen, werden ebenfalls Kategorisierungsoptionen von Modellen und Ansätzen betrachtet. Die Expertise schließt mit einer Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und einem Ausblick auf zukünftige Trends und Forschungsanknüpfungspunkte ab.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Kneisel_Roessel.pdf 1.3mb

Guenther M. Szogs: "Kommunikation und Politikanbindung der Strategien zum intellektuellen Kapital - ein Kommunikationsfahrplan zur Politikberatung, Identifizierung und Darstellung von Synergiefeldern"

Abstract:

Das bewusstlose Hineinschliddern in die größte Wirtschaftskrise wie deren Besprechung offenbart auch eine Krise des Managements und der Kommunikation des Intellektuellen Kapitals. Dass ein überall auf kurzfristige Ziele angelegter Umgang mit intellektuellem Kapital das Handeln bestimmt hat, wird inzwischen kaum in Zweifel gezogen. Ein auf Nachhaltigkeit angelegtes IC-Management wird gefordert. Tatsächliche Haltungs- und Strategieänderungen sind bisher nur unzureichend in Unternehmen, Politik und Gesellschaft erkennbar.„Nachhaltigkeit“ muss seinen Ausgangspunkt in „nachhaltigem“ Management des Intellektuellen Kapital haben: wo sonst sollen die Strategien für das ausgewogene Zusammenspiel von Human- Struktur- und Relationspotential herkommen?
Wie sollen diese erfolgreich aufgegriffen werden, wenn sie nicht effektvoll kommuniziert und politisch verankert werden?
Die Kommunikation des Intellektuellen Kapital ist derzeit paradox professionell: die faktische Fortschreibung und Perfektionierung gewohnter und die Krise begünstigender Handlungsmuster wird hochprofessionell mit dem Vokabular der Wissensgesellschaft und Nachhaltigkeit garniert. „Green-washing“ bezeichnet dieses Vorgehen. Dem gegenüber werden die sehr professionell auf Nachhaltigkeit angelegten Entwicklungen der IC-Themen (auch im internationalen Kontext) und die wissenschaftlichen und praktischen Fortschritte im politischen Raum völlig unzureichend kommuniziert und verankert.
Ziel dieser Expertise ist es, diese widersprüchlichen Entwicklungen unter dem Fokus der Kommunikation exemplarisch zu beschreiben und zu analysieren. Dabei stellt sie das bisherige Selbstverständnis der Fach-Community wie auch der Öffentlichkeit in Frage und geht neuen partizipativen Entwicklungen der IC-Kommunikation nach, die bereits erfolgreich auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene erprobt wurden. Die dringend notwendige Verankerung im politischen Raum – zum Beispiel durch Etablierung von Future Centern zum Bürgerdialog, wie sie der aktuelle Koalitionsvertrag der Bundesregierung noch ohne Präzisierung vorsieht - wird abschließend thematisiert.
Dieser Beitrag ist zu sehen im Kontext mit der parallelen Studie von Prof. Günter Koch, der die Themen internationaler IC-Kommunikation – unter anderem die „Round Table“ Beratungsgespräche – behandelt.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Szogs.pdf 315kb

Prof. Guenter Koch: "Kommunikation und Politikanbindung der Strategien zum intellektuellen Kapital - Erfahrungsbasierte Optionen zur Gewinnung politischer Entscheidungsträger"

Abstract:

Dieser Beitrag bewegt sich zwischen einer taxonomischen Darstellung der Konstituenten für eine „nationale Wissensagenda“ als eine mögliche  programmatische Linie für eine Wissenspolitik und einem Erfahrungsbericht, was an anderen Stellen dazu schon getan und erreicht wurde. Damit soll an erster Stelle gezeigt werden, was alles möglich ist und an wie vielen Enden auch konkret und wie interveniert und lobbyiert werden muss, um das Themendreieck „Wissensgesellschaft – Wissenspolitik – Wissensökonomie“ im Bewusstsein der Öffentlichkeit und besonders von politischen Entscheidungsträgern zu verankern.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Koch.pdf 1.1mb

Claus Nagel: "Welche Ansätze von Intellectual Capital finden derzeit in Unternehmen Anwendung?"

Abstract:

Trotz der aktuellen Wirtschaftskrise führen verschiedene Rahmenbedingungen wie der zunehmende Fachkräftemangel, die demografische Entwicklung und die weltweite Zunahme an wissensintensiven Dienstleistungen dazu, dass Ansätze zur Erfassung, Bewertung und Steuerung immaterieller Vermögenswerte für eine nachhaltige Organisationsentwicklung an Bedeutung gewinnen. Limitierende Wachstumsfaktoren für Organisationen liegen zukünftig vielfach nicht mehr außerhalb des Unternehmens im Marktumfeld, sondern werden intern durch die ausreichende Verfügbarkeit von Mitarbeitern mit spezifischem Fachwissen vorgegeben. Dies erfordert einen deutlich professionelleren und systematischeren Umgang mit der Ressource Wissen.Vor diesem Hintergrund ist eine genaue Analyse des Umgangs mit den immateriellen Ressourcen einer Organisation ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Organisation. Als ein Ansatz für eine derartige Analyse wird das Konzept der Wissensbilanz mit den drei Kapitalarten Human-, Struktur- und Beziehungskapital kurz vorgestellt. Die Ergebnisse einer Wissensbilanz dienen dabei als verlässliche Frühindikatoren für den zukünftigen Wert bzw. die Zukunftsfähigkeit der Organisation am Markt.

Neben der Wissensbilanz als explizitem System zum Management immaterieller Vermögenswerte haben sich in den vergangenen Jahren aber auch andere Managementsysteme am Markt etabliert, die auf den ersten Blick nicht dieser  Kategorie zuzuordnen wären. So können alle normbasierten Managementsysteme wie zum Beispiel die DIN ISO 9001 maßgeblich zu einem strukturierten Umgang mit immateriellen Vermögenswerten beitragen.

Neben den eher qualitativ orientierten Methoden der Wissensbilanzierung und dem Qualitätsmanagement wird über die Beschreibung des Risikomanagements als  weiterer Ansatz für ein Management immaterieller Wert schon ein erster Schritt in Richtung quantitative Bewertung unternommen.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Nagel.pdf 1.1mb

Prof. Peter Pawlowsky: "Wissen 2010. Knowledge Navigation Quizzics - Intellektuelles Kapital als Wohlstandsmotor"

Abstract:

Dieser Artikel beginnt mit der Frage zum aktuellen Stand der IC-Problematik sowie dem mit dieser neuen Perspektive einhergehenden Paradigmenwechsel.

Leif Edvinsson schrieb am 12. April in einem Blog [1]:

„Quizzics is the Art and Science of Questioning, initally developed by the late professor S.Dedijer at Lund University, Sweden. Today it is refined and used in among others Toyota as a knowledge and learning tool. One example is  among others  Genchi Genbutsu, which is said to mean, ” go and look for yourself” to get the first hand insights. It is also said to be based on a sequence of 5  WHY questions.“

Lassen Sie uns dies also betrachten.

Dieser Beitrag zielt darauf ab einige Fragestellungen zu entwickeln welche uns dabei helfen können, mehr über die Perspektive des Intellektuellen Kapitals und seines Potentials als Motor eines Paradigmenwechsels in der westlichen industrialisierten Wirtschaft zu erfahren. Es ist nicht beabsichtigt, ein repräsentatives und wissenschaftliches Bild von Entwicklung und Forschungsstand zu zeichnen, stattdessen soll auf der Basis subjektiver Eindrücke die Entwicklung der IC-Forschung sowie der Problemstellungen bei der Implementierung erörtert werden. Ziel ist es, einen subjektiven Einblick in die gegenwärtige Debatte über immaterielle Ressourcen, Humankapital, intellektuelles Kapital und Wissen zu geben sowie darzustellen dass die Integration von IC-Konzepten in politische Strategien, Regionalentwicklung und Unternehmenspolitik lebenswichtig für die Entwicklung von Wissensstandorten ist. Vor allen Dingen aber ist beabsichtigt, zu hinterfragen.

Die Notwendigkeit eines totalen Wandels wird von Leif Edvinsson – sicherlich einer der Leitfiguren in der Entwicklung dieses neuen Paradigmas – eingewendet:

“The wave of IC is increasing. It is evolving within universities, accounting standards groups, political and business communities. The message is that we need to understand and follow the wave of knowledge economics. The alternative is perishing by riding the life cycle curve of industrial economics down. It is a leadership liability not to address the potential or IC in waiting. A new type of Society entrepreneurship might be the key role to nourish this longitude value!” (L. Edvinsson, (ohne Jahr) Emerging Perspectives of Assessing and Navigating both Regional and Business Value Creation).

Dieser Artikel konzentriert sich auf drei Ebenen:

·        Die staatliche Ebene:  Das intellektuelle Kapital der Nationen 

·        Die regionale Ebene: Intellektuelles Kapital für Regionen, Städte und Gemeinden

·        Die Organisationsebene: Intellektuelles Kapital der Unternehmen 

 

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