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Expertisen des Aktionsfeldes 2

Prof. Fritz Böhle: Einleitung zu den Expertisen im Aktionsfeld „Management der Ungewissheit – Ein Schlüssel zur Förderung von Innovation“


Die Einleitung können sie hier herunterladen: Einleitung_Boehle.pdf

Prof. Fritz Boehle: "Unsicherheit und Ungewissheit bei komplexen technischen Systemen in der industriellen Produktion"

Abstract

Ein Merkmal der industriellen Produktion ist die wissenschaftlich-technische Beherrschung der Natur. Grundlage ist hierfür die Annahme, dass es durch die fortschreitende (natur-) wissenschaftliche Durchdringung der Natur möglich ist, Ungewissheiten über naturhafte Prozesse in Gewissheiten zu überführen und auf dieser Grundlage Produktionsprozesse zu technisieren und schließlich auch zu automatisieren. Doch je weiter die Verwissenschaftlichung und Technisierung fortschreitet, umso deutlicher werden zugleich die Grenzen einer vollständigen wissenschaftlich-technischen Beherrschbarkeit. Es bleiben Unwägbarkeiten bestehen und entstehen auf immer wieder neuen Niveaus. Im Besonderen zeigt sich dies bei komplexen, technischen Systemen. Zur Bewältigung solcher Unwägbarkeiten ist und bleibt menschliche Arbeit unverzichtbar. Neuere Untersuchungen zeigen, dass dabei vor allem menschliche Kompetenzen und Arbeitsweisen wichtig sind, die in der Vergangenheit kaum beachtet wurden. Beispiel hierfür sind sinnlich-körperliche Erfahrungen, Gespür und implizites Wissen sowie ein dialogisch-exploratives Vorgehen. Mit dem Konzept des erfahrungsgeleitet-subjektivierenden Handelns werden diese in den neueren wissenschaftlichen Ansätzen systematisch untersucht.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Boehle.pdf 290kb

Dr. Harald Wolf: "Planung des Neuen. Der Umgang mit Ungewissheit bei Produktinnovationen"

Abstract

Der Umgang mit Ungewissheit bei Produktinnovationen hat zwei Seiten: die ständige Suche nach bzw. Konfrontation mit großer Unsicherheit (Erfindungen, neuen Produkten) und die gleichzeitigen Versuche der Organisation und Kontrolle. Mit Offenheit und Unbestimmtheit, d.h. kreativem Handeln, umzugehen fällt Organisationen schwer, ohne es gleichzeitig einzugrenzen und zu kontrollieren. Der Beitrag versucht, den Zusammenhang von Produktinnovation und Ungewissheit begrifflich zu klären, skizziert Beherrschungskonzepte und Sicherheitsfiktionen im Zugriff auf Neues und weist auf kritische Stimmen aus der Organisationstheorie
und Innovationsforschung hin. Dargestellt werden außerdem empirische Befunde aus eigener Forschung („wachsender Regulierungsdruck“ und das Beispiel „Erfinden“). Am Ende wird für mehr Achtsamkeit, Vertrauen und Autonomie statt “Risikomanagement” im Umgang mit Ungewissheit plädiert.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Wolf.pdf 280kb

Prof. Sibylle Peters: "Ungewissheit/Unsicherheit als Potential in projektförmigen Organisationen"

Abstract

Wissensbasierte Arbeitstrukturen, als auch wissensbasierte Qualifizierungs- und Kompetenzstrukturen werden (zunehmend) bedeutsamer. Sie beanspruchen mehr Aufmerksamkeit, weil sie insbesondere in projektförmigen Strukturen und Prozesse von Organisationen, die zudem synonym gesetzt werden mit Projektmanagement, erzeugt werden bzw. von diesen Strukturen gehen Impulse einer Anpassung an Umwelt-Dynamik-Prozesse aus. Auch Kompetenzen werden infolgedessen (oft auch informell) in diesen Strukturen entwickelt. Neue Systeme reagieren mit immer professionelleren und hoch-technischen Systemen auf diese Entwicklungen. Dafür steht Projektmanagement als die innovative Bearbeitung und Entwicklung wissensbasierter Arbeitsstrukturen. Als Fokus der Bearbeitung gilt ausschließlich die Organisation und ihre Strukturen. Sie ist die Basis für Projekte und die spezifischen Regeln des Projektmanagements. Damit stellen diese Strukturen gleichermaßen die Basis der Entwicklungen wissensbasierten Lernens, Arbeitens und einer Kompetenzentwicklung dar, das jedoch im Regelwerk von Projektmanagement, infolge der Formalisierung keine Beachtung findet. Damit wird darauf verwiesen, das wissensbasierte Arbeits- und Kompetenzanforderungen im Projektmanagement innerhalb von Entwicklungsanforderungen und Optionen von Effizienz und Effektivität gefiltert werden. Das vernachlässigt in hohem Maße die Entwicklung möglicher Humanressourcen- und Personalentwicklung. So wird hier davon ausgegangen, dass erst eine Identifizierung möglicher Grenzen der Planbarkeit von Prozessen und Strukturen im Projektmanagement Hinweise geben kann, welches Wissen und Erfahrungen wissensbasiertes Lernen ermöglichen kann. Es wird nach Hinweisen Ausschau gehalten, durch welche Entwicklungen und Steuerungen neue spezifische Anforderungen und Erfolgsfaktoren für Lernen aus Strukturen von Projektmanagement möglich werden können, um über Hinweise und Anhaltspunkte eine Plattform für die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit von „weichen“ Strukturelementen und Aspekten von sozialen Systemen zum Umgang mit Unsicherheit und Ungewissheit, zu finden. Eine solche Identifizierung kann dazu beitragen, Potentiale außerhalb von technischen Regelsystemen aufzugreifen.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Peters.pdf 280kb

Johannes Sauer: "Management der Ungewissheit und Lernen"

Abstract

Management von Ungewissheit bedeutet Gestaltung von Lernen. Je größer die Ungewissheit und Unsicherheit, um so kürzer müssen die Lernschleifen werden. Bildung bietet eine notwendige Voraussetzung dafür, dass die Gestaltung kurzer Lernschleifen möglich wird. Bildung und Qualifikation sind aber angesichts der Dynamik der Veränderungen immer weniger hinreichend, die Unsicherheiten zu bewältigen oder zu beherrschen. Hier sind Kompetenzen und lernförderliche Strukturen gefordert. An Beispielen aus dem Bildungssystem wird verdeutlicht, welchen Beitrag Qualifikation und Bildung zum Umgang mit Unsicherheit leistet. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir zum Umgang mit Ungewissheit eine neue Lernkultur und ein neues Verständnis von Weiterlernen benötigen.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Sauer_DOC.pdf 270kb

Prof. Martin Elbe: "Ungewissheiten in Berufsbiografien: Abhängigkeit von Institutionen"

Abstract

In der Expertise wird die Veränderung der handlungsleitenden Institutionen der Arbeitswelt thematisiert und untersucht, inwiefern dies in Wechselwirkung mit den Risiken und Chancen der arbeitenden Menschen im Lebensverlauf tritt. Von besonderem Interesse sind hierbei die Berufsbiographien der Einzelnen, die damit verbundenen Sinnkonstruktionen und die Handlungsoptionen die bei steigendem Ungewissheitsempfinden erwachsen.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Elbe.pdf 560kb

Judith Neumer: "Umgang mit Unsicherheit in Arbeit und Organisation - Neue Forschungsansätze zwischen Beherrschung und Ohnmacht"

Abstract

Die vorliegende Untersuchung erörtert theoretische Konzepte und Ansätze zum Umgang mit Unsicherheit in Arbeit und Organisation. Ausgehend von den ersten programmatischen Überlegungen der neoklassischen Entscheidungstheorie werden sowohl ältere als auch aktuelle Ansätze zu Entscheidungsfindung und Handeln unter Unsicherheit vorgestellt und diskutiert. Die Untersuchung nimmt hierzu eine interdisziplinäre Perspektive ein, so werden sowohl organisationstheoretische, soziologische, musikwissenschaftliche als auch managementtheoretische Konzepte vorgestellt. Die Fülle der theoretischen Betrachtungsweisen wird in ein Spannungsfeld aus Thesen zur „Beherrschung von Unsicherheit“, „Ohnmacht gegenüber Unsicherheit“ und „Bewältigung von Unsicherheit“ eingeordnet. Dieses Unterfangen erweist sich als sinnvoll, insofern dadurch die spezifische Differenz zwischen älteren und neueren Ansätzen deutlich wird („Beherrschung“ und „Ohnmacht“ auf der einen, „Bewältigung“ auf der anderen Seite). Ziel der Arbeit ist es, einen strukturierten Überblick über vorhandene Betrachtungsweisen zu liefern und somit sowohl die historisch-theoretische Entwicklung als auch den aktuellen Stand der Forschung zum Umgang mit Unsicherheit zu beleuchten.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Neumer.pdf 400kb

 

Stefanie Stadelbacher: "Organizations and Risk in Late Modernity"

Abstract

In dieser Arbeit werden die im internationalen Diskurs derzeit aktuellen Ansätze zum Thema Organisationen und deren Umgang mit Risiko, Ungewissheit und Unsicherheit dokumentiert. Dieses Thema bildet einen Schwerpunkt des Aktionsfeldes ‚Management der Ungewissheit – Schlüssel zur Innovation‘ im Rahmen des BMBF Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Arbeiten – Lernen – Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt“. In der vorliegenden Expertise sollen als Beitrag zu diesem Forschungsprogramm die international diskutierten Probleme und v.a. Lösungsansätze im Rahmen der Organisations- und Risikoforschung dargestellt werden. Als Grundlage dient die Sonderausgabe ‚Organizations and Risk in Late Modernity‘ der Zeitschrift Organization Studies (30/2&3).

Zunächst werden moderne Vorstellungen von Risiken und deren organisationeller Bearbeitung als Hintergrundfolie für den postmodernen Perspektivenwechsel skizziert. Post- oder besser spätmoderne Ansätze zeichnen sich zum einen durch ein anderes Risikoverständnis und zum anderen, damit verbunden, durch verschiedene alternative Lösungsvorschläge bzgl. des Umgangs mit diesen ‚neuen‘ Risiken aus. Die Darstellung der in der Sonderausgabe im Anschluß daran diskutierten Ansätze wird wie folgt gestaltet: Zunächst werden die Konzepte theoretisch entfaltet, wie sie in den verschiedenen Beiträgen, v.a. aber von den rezipierten Autoren selbst vorgestellt werden. Und in einem zweiten Schritt wird die theoretische Diskussion oder – je nachdem – die konkret-empirische Anwendung dieser Konzepte anhand der jeweiligen Zeitschriftenaufsätze illustriert. Das Ziel wird sein, die vorherrschenden Paradigmen zum ‚Management der Ungewissheit‘ herauszuarbeiten und damit eventuelle Theorie- und Forschungslücken im Vergleich zur deutschen Diskussion erkennbar zu machen.

Die gesamte Expertise koennen sie hier herunterladen: Expertise_Stadelbacher.pdf 1.4mb

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